66 Schreibnächte - Rezensionen
Bibel für Schreibgruppen
Aus: TextArt-Magazin 01/2
"Anstiftung zur literarischen Geselligkeit" lautet der wundervolle Untertitel dieses Buches und trifft damit den Kern, was hier geboten wird: Sie finden eine Fülle von Ideen, Anregungen und konkreten Übungen, mit denen sich Schreibtreffen in Gruppen spannend und anregend gestalten lassen.
Schreibgruppen sind eine feine Sache, um sich gegenseitig dazu zu motivieren, dauerhaft zu schreiben. Und damit solche Treffen optimal genutzt werden können, sollten sie ein bisschen vorbereitet werden. Mit diesem Buch ist das wenig Arbeit, denn Sie finden insgesamt 66 fertige Konzepte. Dabei können Sie aber auch durchaus nur einzelne Übungen nutzen oder diese mit eigenen ergänzen. Auf jeden Fall ermutigt dieses Buch dazu, selbst eine Schreibgruppe auf die Beine zu stellen.
Hintergrundinformationen, praktische Beispiele und vieles mehr ergänzen die Vorschläge für die Schreibnächte. Super sind auch die Arbeitsblätter, die als Kopiervorlagen dienen und an alle Teilnehmer/innen verteilt werden können.
Fazit: Ein tolles Buch für alle, die eine Schreibgruppe gründen wollen oder bereits eine betreiben. Es wird ein hoher Praxisnutzen geboten - die Übungen und Anregungen lassen sich 1:1 umsetzen. Auch besonders gut für Deutschlehrer/innen geeignet.
Durch die Fülle der Anregungen bietet das Buch aber auch Leuten, die bisher
noch allein schreiben, sehr viel - und wer weiß, vielleicht initiieren
Sie ja nach dem Lesen des Buches selbst eine Gruppe?!
Aus: www.zeitzuleben.de/buchtipps
Mit dem Praxisbuch von Katrin Girgensohn und Ramon Jakob 66 Nächte vergnüglich
schreiben
Von Ute Eisinger
Was in Amerika als Creative Writing Bestandteil einer literarischen, freilich
auch jeder beruflichen Ausbildung ist, in deren Verlauf man um die Verfassung
von Texten nicht herumkommt, gilt es hierzulande erst einzuführen. Vielerorts
übernehmen Volkshochschulen diese Aufgabe, doch auch in verschiedenen Therapieeinrichtungen
und Selbsterfahrungsseminaren wird das zweckfreie Schreiben als Reflexion oder
einfach entspannende Spielerei eingeführt. Katrin Girgensohn und Ramona
Jakob haben zehn Jahre lang solche Programme geleitet. 66 ihrer bewährtesten
Rezepte für abendfüllende Schreibwerkstätten (oder Schreib- statt
Spieleabende) liegen nun in ihrem Praxisbuch vor.
Mit einem Briefsteller oder einer Poetik haben diese Vorschläge nichts
gemein. In der Regel sind es dreistündige Programme, die im Buch beschrieben
werden und auf recht brauchbare Weise Kopiervorlagen und Checkliste für
einen reibungslosen Ablauf enthalten. Im Anhang befindet sich eine kommentierte
Literaturliste zu dem eher neuen Thema des Kreativen Schreibens.
Schreibabende, wie von Girgensohn und Jakob praktiziert, beginnen mit einem
Impuls, das ein Gedicht oder ein mitgebrachter Gegenstand sein kann, Musik und
bestimmte Themen, auf die sich die Veranstaltungsteilnehmer vorbereiten konnten.
Das Buch enthält auch eine Reihe von Beispielen, wie die der ganzen Gruppe
gestellten Aufgaben von verschiedenen Menschen gelöst worden sind.
Die Autorinnen haben ihr Buch für Erwachsene geschrieben, doch die meisten
Ideen sind durchwegs für Lehrer aller Schulstufen brauchbar. Allerdings
geht es nicht um literarisches Schreiben oder gar Aufsatz-Wettbewerbe: Persönlicher
Ehrgeiz hat im Konzept der Geselligkeit keinen Platz, meinen die Kursleiterinnen.
Ihr Anliegen ist die Erfahrung in der Gruppe und die Freude an der Artikulation
bzw. am Zuhören und Verstehen des Anderen mittels Schreiben.